Mit „Der Seidenfächer“ kommt am 28. Juni 2012 eine Generationen umspannende Geschichte über chinesische Traditionen, Liebe, Freundschaft und Hoffnung. In den Hauptrollen wird neben Gianna Jun auch Bingbing Li mitspielen, die auch im neusten Resident Evil Film zu sehen sein wird.

Der Seidenfächer – Schmerzhaftes Schönheitsideal

In DER SEIDENFÄCHER werden den beiden Protagonistinnen Snow Flower (GIANNA JUN) und Lily (BINGBING LI) im Kindesalter ihre Lotusfüße gebunden. Ein verharmlosender Name für die qualvolle Prozedur im Namen der Schönheit, die Behinderung und lebenslangen Schmerz nach sich zieht.

Jahrhundertelang haben in China Großmütter und Mütter das Binden der Lotusfüße an ihren Töchtern vorgenommen, um sie für potentielle Ehemänner attraktiv zu machen. Denn die kleinen Füße, die durch das Brechen der Zehen und kontinuierliches Bandagieren zu Klumpfüßen verwachsen waren, galten jahrhundertelang als Schönheitsideal. Sie symbolisierten in der patriarchalischen chinesischen Gesellschaft die Unterwürfigkeit der Frau und galten als ihr erotischster Körperteil. Die Trippelschrittchen, mit denen sich die jungen Damen fortan fortbewegen mussten, sollten auf Männer anziehend wirken und die etwas hilflosen, balancierenden Bewegungen ihren Beschützerinstinkt wecken.

Durch die Lotusfuß-Tradition wurden aber nicht nur die Füße der Frauen eingeengt. In den kostbaren, kleinen Spezialschuhen konnten sie kaum das Haus verlassen. Dieser Zwang zur Häuslichkeit wurde zur Tugend stilisiert. Als sittsame chinesische Ehefrau eines wohlhabenden Mannes hatte die Gattin den Haushalt zu verwalten und sich nur im eigenen Heim aufzuhalten. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird das Binden von Lotusfüßen im Zuge der Modernisierung zunächst gesellschaftlich geächtet und dann verboten.

DER SEIDENFÄCHER erzählt die Geschichte der beiden siebenjährigen Mädchen Snow Flower und Lily, die im China des 19. Jahrhunderts am selben Tag geboren werden und zeitgleich ihre Lotusfüße bekommen. So werden sie zu Laotongs, Schwestern im Geiste, deren Schicksale für alle Ewigkeit miteinander verknüpft sind. Isoliert und einsam in ihren jeweiligen Ehen kommunizieren sie miteinander, indem sie sich in einer Geheimschrift für Frauen namens „Nu Shu“ zwischen den Falten eines weißen Seidenfächers schreiben.

Parallel dazu ringen im Shanghai von heute Nina (BingBing Li) und Sophia (Gianna Jun), die Nachfahren der beiden Laotongs, darum, die Nähe ihrer eigenen Kindheitsfreundschaft nicht zu verlieren. Kein leichtes Unterfangen angesichts zeitraubender Karrieren, komplizierter Liebesleben und dem allgemeinen Stress der Metropole Shanghai. Wenn sie sich nicht für immer verlieren wollen, müssen die beiden jungen Frauen aus der Vergangenheit lernen und die in den weißen Seidenfächern versteckte Geschichte ihrer Jahrhunderte alten Verbindung verstehen.

So stehen in DER SEIDENFÄCHER zwei Geschichten im Mittelpunkt, zwischen denen Generationen liegen und die dennoch verknüpft sind durch ewig gültige Vorstellungen von Liebe, Freundschaft und Hoffnung