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Tatort Der Wald steht schwarz und schweiget. Bei einem Einsatz im Pfälzerwald wird Lena Odenthal von fünf jungen Straftätern als Geisel genommen. (v.l.n.r. Frederick Lau, Adrian Saidi, Ulrike Folkerts, Tómas Lemarquis, Edin Hasanovic, Theo Trebs) © SWR/Peter A. Schmidt
Mai. 12.

Tatort Der Wald steht schwarz und schweiget Fernsehkritik

Am kommenden Sonntag, dem 13. Mai 2012 um 20.15 kommt mit „Der Wald steht schwarz und schweiget“ ein neuer SWR-Tatort aus Ludwigshafen mit den Kommissaren Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) im Ersten.

Eigentlich ist Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) gar nicht im Dienst, da aber zurzeit Personalmangel auf dem Revier herrscht, fährt sie kurzerhand zum Teufelsfelsen, an dessen Fuß eine Spaziergängerin eine Leiche gesehen haben will.

Nur fehlt von dem Mann jede Spur, als sie dort ankommt. Während sie nach Hinweisen auf dessen Verbleib sucht, wird sie von hinten niedergeschlagen und von einer Gruppe Jungs gefangen genommen.

Den Jugendlichen, die auf einem Ausflug ihren Gruppenleiter aus dem nahe gelegenen Resozialisierungscamp vom Felsen gestoßen haben und nun nach Frankreich fliehen wollen. Mit Odenthal als Geisel.

Nichts ahnend sitzt ihr Partner Mario Kopper (Andreas Hoppe) derweil im Büro, plaudert dort ein wenig mit Kollegin Edith Keller (Annalena Schmidt) und fragt diese, ob sie den Namen „Lesieg“ oder so ähnlich schon einmal gehört hätte. Immerhin habe Lena ihn am Telefon aus irgendeinem Grund gebeten sich um Frau Lesieg zu kümmern, ihm sage der Name allerdings nichts.

Schnell wird Lesieg und zur Sicherheit auch nochmal die Variante Lesihg in den Polizeicomputer eingetippt, aber die Suche verläuft ergebnislos. Also den Namen mal aufgeschrieben, vielleicht ergibt er ja rückwärts gelesen Sinn. Warum Frau Keller allerdings auf einmal „Lesig“ aufschreibt, weiß niemand so recht.

Zuhause dann noch einmal das gleiche Spiel, diesmal schreibt Kopper aber tatsächlich „Lesieg“ auf. Und siehe da, plötzlich lässt sich da rückwärts gelesen ja sogar ein echtes Wort draus bilden: Geisel! Und somit wird vier Stunden nach dem entsprechenden Anruf – und nachdem der Tatort bereits zum Viertel rum ist – endlich Alarm auf dem Polizeirevier geschlagen.

Tatort Der Wald steht schwarz und schweiget. Bei einem Einsatz im Pfälzerwald wird Lena Odenthal von fünf jungen Straftätern als Geisel genommen. (v.l.n.r. Frederick Lau, Adrian Saidi, Ulrike Folkerts, Tómas Lemarquis, Edin Hasanovic, Theo Trebs) © SWR/Peter A. Schmidt

Es waren Szenen wie diese, Szenen bei denen ich mir nur mit der Hand vor die Stirn schlagen konnte, die den neusten Ludwigshafener Tatort prägen und beispielhaft für die wenig überzeugenden schauspielerischen Leistungen der beiden Kommissare in diesem Tatort stehen.

Und dabei lebt ein Tatort wie „Der Wald steht schwarz und schweiget“ eigentlich von seinen Charakteren und ihren Interaktionen. Denn fieberhafte Suchen nach einem unbekannten Mörder oder actiongeladene Verfolgungsszenen gibt es hier so nicht.

Die Mörder sind von Anfang an bekannt, Täter und Polizei werden in zwei parallelen Handlungssträngen über den Verlauf des Films begleitet, insgesamt ist der Film sehr redelastig und fokussiert sich vor allem auf die Gruppendynamik der fünf Jungs.

Frederick Lau mit überquellendem Brusthaar, stoppeligem Bartansatz und dem ewig gleichen, leicht ahnungslos stierenden Blick mimt dabei wenig überzeugend Tom, den Anführer der Gruppe jugendlicher Krimineller aus einem nahegelegenen Rehabilitationscamp.

Tomas Lemarquis scheint voll und ganz in der Rolle des Magic Mushroom mampfenden Panne aufzugehen. Durch einige suboptimal umgesetzte Soloszenen wirkt seine Rolle allerdings schnell überzogen und so, als wäre sie in einem Horrorfilm deutlich besser aufgehoben.

Adrian Saidi (Sascha), Edin Hasanovic (Murat) und Theo Trebs (Baby) hingegen überzeugen im Gegensatz zu den anderen Jungschauspielerin in ihren Rollen als schwerkriminelle Jugendliche, die zwischen Härte und Verunsicherung, Angst und Gruppendynamik zerrissen sind.

Das platte Drehbuch macht es aber auch diesen Drei unmöglich wirklich zu glänzen und die schlechten bis mittelmäßigen Leistungen ihrer Schauspielkollegen auszugleichen.

Insgesamt ist „Der Wald steht schwarz und schweiget“ kein besonders überzeugender Tatort. Eine eigentlich gute und interessante Grundidee wird durch weitestgehend schlechte Hauptdarsteller, flache Dialoge und ein ebenso überzeichnetes wie durchschaubares Drehbuch zu Grunde gerichtet, Spannung und Unterhaltung bleiben dabei zwangsläufig auf der Strecke.

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