Immer zum Ende eines Jahres und am Anfang des nächsten kommt sie, die Vierschanzentournee, DAS Skisprunghighlight überhaupt. Auch in diesem Jahr können wir uns auf eine Fernsehübertragung im Öffentlich-Rechtlichen freuen. Das Aufgebot der deutschen Mannschaft bei der Vierschanzentournee 2011/2012 sieht auf jeden Fall mal sehr vielversprechend aus. Und uch Martin Schmitt ist wieder dabei!

Skisprung Herren – 60. Vierschanzentournee

„Oberstdorf (GER), Garmisch-Partenkirchen (GER), Innsbruck (AUT), Bischofshofen (AUT)

Programm Oberstdorf (HS137, GER)
Do., 29.12.2011, 16.30 Uhr: Qualifikation, Schattenbergschanze Oberstdorf HS137
Fr., 30.12.2011, 16.30 Uhr: 1.Wertungsdurchgang (50 Teilnehmer), Schattenbergschanze Oberstdorf HS137

Programm Garmisch-Partenkirchen (HS140, GER)
Sa., 31.12.2011, 14.00 Uhr: Qualifikation, Große Olympiaschanze HS140
So., 01.01.2012, 14.00 Uhr: 1. Wertungsdurchgang (50 Teilnehmer), Große Olympiaschanze HS140

Programm Innsbruck (HS130, AUT)
Mo., 03.01.2012
, 13.45 Uhr: Qualifikation, Bergisel-Schanze HS130
Di., 04.01.2012, 13.45 Uhr: 1. Wertungsdurchgang (50 Teilnehmer), Bergisel-Schanze HS130

Programm Bischofshofen (HS140, AUT)
Do., 05.01.2012
, 16.30 Uhr: Qualifikation, Paul-Außerleitner-Schanze HS140
Fr., 06.01.2012, 16.30 Uhr: 1. Wertungsdurchgang (50 Teilnehmer), Paul-Außerleitner-Schanze HS140

DAS DSV-Aufgebot

Bundestrainer Werner Schuster hat für die ersten beiden Springen insgesamt zwölf DSV-Athleten nominiert.

– Pascal Bodmer (SV Meßstetten)
– Severin Freund (WSV Rastbüchl)
– Richard Freitag (SG Nickelhütte Aue)
– Stephan Hocke (WSV Schmiedefeld)
– Maximilian Mechler (WSV Isny)
– Michael Neumayer (SK Berchtesgaden)
– Martin Schmitt (SC Furtwangen)
– Felix Schoft (SC Partenkirchen)
– Andreas Wank (WSV Oberhof 05)
– Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf)
– Daniel Wenig (SK Berchtesgaden)
– David Winkler (SK Winterberg)

Martin Schmitt Vierschanzentournee 2011/2012 (c) DSV

AKTUELLE INFORMATIONEN UND STATEMENTS

Werner Schuster, Bundestrainer Skisprung

Nominierung
„Zum Auftaktspringen der Vierschanzentournee treten wir mit insgesamt zwölf Athleten an. Zur Gruppe der Weltcup-Springer stoßen mit Daniel Wenig, Markus Eisenbichler und David Winkler drei Aktive aus dem B-Kader unter der Leitung von Ronny Hornschuh zum Team. Danny Queck, der Sieger des COCs von Erzurum (TUR), wird in Engelberg (SUI) zwei weitere Continentalcups absolvieren, um einerseits an seiner Wettkampfstabilität zu arbeiten und um andererseits zu versuchen, einen Quotenplatz für die nächste Periode zu erspringen. Queck stößt möglicherweise in Garmisch-Partenkirchen zur Tournee-Mannschaft.

Bisheriger Saisonverlauf
Unser Team befindet sich nach wie vor in einer Umbruchphase. Mit dem Karriereende von Michael Uhrmann mussten wir den Weggang eines arrivierten Athleten kompensieren. Umso erfreulicher ist unser guter Start in den Weltcup-Winter. Neben Severin Freund ist es uns mit Richard Freitag gelungen, einen weiteren Mann in den Top-Ten zu platzieren.
Ebenfalls sehr positiv ist es zu bewerten, dass mit Maximilian Mechler und Stephan Hocke zwei andere Athleten den Aufwärtstrend in unserem Team unterstreichen konnten. Beide haben sich Schritt für Schritt nach vorne gearbeitet und präsentieren sich als stabile und wertvolle Weltcup-Starter. Auch Michael Neumayer ist mit guten Leistungen in die Saison gestartet und hat sich ein weiteres Mal als ein verlässlicher Skispringer präsentiert.
Unsere COC-Mannschaft hat sich nach verhaltenem Einstieg steigern können und die Jungs sind heiß, sich im Rahmen der Tournee zeigen zu können.

Tournee-Vorbereitung
Im Anschluss an das Weltcup-Wochenende von Engelberg haben wir noch einmal einen Tag dort trainiert. Es war ein sehr wertvoller Trainingstag, da wir dort unter anderem noch notwendige Abstimmungen im Materialbereich vornehmen konnten. Leider war es aufgrund der Wetterverhältnisse nicht mehr möglich, noch vor Weihnachten in Oberstdorf einen Lehrgang durchzuführen. Richard Freitag konnte stattdessen ein Sprungtraining mit seinem Heimtrainer Tino Haase auf der bestens präparierten Schanze von Oberwiesenthal durchführen. Alle anderen nutzen die Tage für ein individuelles Athletiktraining und zur mentalen Erholung, um frisch und sprunghungrig in die Tournee zu starten.

Ziele
Severin Freund und Richard Freitag haben sich mit ihren Vorleistungen unter den Top-Ten festgesetzt und damit die Grundlage geschaffen, um bei der anstehenden Vierschanzentournee im Tagesgeschäft eine tragende Rolle spielen zu können. Diese Situation haben wir uns immer gewünscht, und mit entsprechend breiter Brust wollen wir nun in die Tournee starten. Beide Athleten sind in der Lage, bei jedem einzelnen Springen um einen Podestplätze mitzukämpfen. Was die Gesamtwertung angeht, so kann man hierzu frühestens nach dem zweiten Springen in Deutschland Spekulationen anstellen. Was wir uns von Anfang an vornehmen, ist: tolle und spannende Wettkämpfe zu liefern und Begeisterung bei den Zuschauer zu entfachen. Von dieser Begeisterung sollen sich unsere Athleten tragen lassen.

Zur 60. Vierschanzentournee
Mit jedem Jahr wächst die Bedeutung der Tournee ein Stück weiter. Wenn sich in der heutigen schnelllebigen Zeit ein solches Event hält und sogar noch größer wird, muss es eine gute Idee sein. Etwas Besonderes ist die 60. Tournee vielleicht für Zahlenfetischisten, die sich ausrechnen wollen, was zehn Jahre nach dem Vierfachsieg wohl passieren wird. Generell ist jede Tournee etwas Spezielles.“

Severin Freund
„Die Tournee ist für mich etwas ganz Besonderes. Schon allein, wenn ich an den Auftakt in Oberstdorf denke, an das volle Stadion, die Stimmung, dann bekomme ich Gänsehaut. Die Atmosphäre ist einzigartig und ich betrachte es als Privileg, mit dabei sein zu können.
Ich reise mit einem guten Gefühl zur Tournee, denn mit meinen Leistungen in der bisherigen Saison bin ich zufrieden. Es läuft genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich hatte mir vorgenommen, an meine Erfolge des letzten Winters anzuschließen und das ist mir bisher gut gelungen. Ich halte auch in meinem zweiten Jahr den Kontakt zur Weltspitze und habe mich nach dem ersten Saisondrittel mit meinem aktuell sechsten Platz der Weltrangliste unter den Top-Ten festgesetzt.
Die Stimmung im Team ist sehr gut, jeder arbeitet konzentriert an seinen Baustellen, und die bisherigen Ergebnisse haben gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ein starkes Team ist für jeden einzelnen wichtig, denn man kann sich an den Kollegen im Training orientieren und das macht es einem wiederum einfacher, im Wettkampf gut zu springen.
Ich selbst habe mir für die Tournee eine gute Ausgangsposition geschaffen. Ich bin vorqualifiziert und werde versuchen, diesen Vorteil bestmöglich zu nutzen. Mit dem Status, zum erweiterten Kreis der Favoriten zu zählen, komme ich gut klar. Denn unter den Top-Ten zu landen ist eh mein Anspruch. Mein Ziel ist es, in Oberstdorf gut in die Tournee zu starten, um die Grundlage für ein positives Gesamtergebnis zu schaffen. Im letzten Jahr war ich Zwölfter der Tournee-Wertung. Heuer will ich am Ende ein einstelliges Ergebnis erreichen.
Weihnachten haben meine Freundin und ich bei unseren Familien verbracht. Es waren sehr angenehme und ruhige Tage, in denen ich Kraft für die Tournee getankt habe.“

Richard Freitag
„Ich freue mich sehr auf die Vierschanzentournee. Es wird nach 2009/10 und 2010/11 meine dritte Teilnahme. Bisher bin ich jedes Mal durchgesprungen und konnte in Innsbruck 2010 mit Rang 30 auch den ersten Weltcup-Punkt meiner Karriere einspringen. Im vergangenen Jahr gelangen mir deutlich bessere Ergebnisse. Am Ende rangierte ich auf Platz 17 der Gesamtwertung.
Obwohl die Ausgangssituation für die anstehende Tournee sich aufgrund meiner Vorleistungen deutlich von meinen bisherigen Teilnahmen unterscheidet, möchte ich wieder Augen und Ohren offenhalten, um diese einzigartige Stimmung aufnehmen zu können. Es ist einfach ein unglaublich tolles Gefühl, in den vollen Arenen vor einem begeisterten Publikum zu springen, das einen anfeuert. Die Motivation ist da für jeden Springer enorm hoch. Besonders, wenn es einem dann auch gelingt, gute Sprünge zu zeigen – dann sind das wirklich große Momente, die man in vollen Zügen genießt.
Mein Ziel für die Tournee ist es, mich weiterhin unter den zehn besten Skispringern der Welt festzusetzen. Auch wenn das aufgrund des veränderten Modus mit den K.-o.-Duellen anders wird als in einem normalen Weltcup-Springen, möchte ich mit konstant guten Sprüngen dieses Ziel erreichen. Um ganz nach vorne zu kommen, muss einfach alles zusammenpassen. Die Ausgangssituation ist gut, denn als Vierter der aktuellen Weltcup-Wertung bin ich vorqualifiziert und habe damit den Vorteil eines zusätzlichen „Trainingssprungs“.
Der Start in Oberstdorf kommt mir entgegen. Ich kenne die Schanze vom Training und weiß, dass ich mit der Anlage gut zurechtkomme. Kniffelig wird sicherlich das Springen in Innsbruck. Selbst kleinste Fehler haben auf der Bergisel-Schanze große Wirkung. Dort wird es entscheidend sein, seine sieben Sachen beieinander zu haben.
Weihnachten habe ich im Kreis meiner Familie verbracht. Die besinnliche und ruhige Stimmung mit vielen kleinen Höhepunkten und gutem Essen habe ich sehr genossen. Jetzt fühle ich mich gut gerüstet für den ersten Saisonhöhepunkt: die Vierschanzentournee!“

Martin Schmitt
„Meine Tourneevorbereitung habe ich zusammen mit Trainer Jens Deimel in Lillehammer absolviert. Insgesamt trainierte ich vier Tage auf der großen Schanze. Mit der notwendigen Ruhe konnte ich an meiner Technik arbeiten und auch letzte Abstimmungen im Materialbereich vornehmen.
Die optimale Bewegungsvorstellung meines Sprungs habe ich mir in Lillehammer erarbeitet. Jetzt, bei der Tournee, geht es darum, von Beginn an jeden Sprung zu nutzen, um in Training und Wettkampf diese Vorstellung bestmöglich umzusetzen. Dass die Tournee auf den Schanzen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen beginnt, kommt mir sicherlich entgegen, da ich diese Anlagen gut kenne.
Obwohl ich zum 16. Mal an der Tournee teilnehme, ist die Faszination immer noch ungebrochen. Es ist einfach das erste große Highlight im Jahr mit spannenden Wettkämpfen vor vielen Zuschauern. Die Stimmung in den Stadien ist fantastisch, da will jeder Athlet zeigen was er kann. Ich freu mich sehr auf diese 60. Vierschanzentournee und möchte mich natürlich bestmöglich präsentieren.“

Horst Hüttel, Sportlicher Leiter Skisprung/Nordische Kombination
„Unser Gesamtsystem gewinnt an Qualität und es fügen sich mehr und mehr die entscheidenden Bausteine zusammen. Die Situation, dass wir dieses Jahr mit zwei Athleten unter den Top-Sechs im Gesamtweltcup und auf Platz zwei in der Nationenwertung in die Vierschanzentournee starten, zeigt, dass wir inhaltliche Wege gefunden haben auf denen sich talentierte Athleten in die Weltspitze entwickeln können.
Dies gibt uns für die Zukunft definitiv Sicherheit und Kraft, unabhängig vom Ergebnis der Tournee. Es zeigt allen anderen deutschen Athleten, was in unserem Land und mit unseren Möglichkeiten erreicht werden kann, und dieses Bewusstsein muss vor allem in den Köpfen unserer jungen Athleten wachsen.
Der Deutsche Skiverband wird weiterhin intensiv daran arbeiten, den Skisprung in seiner Gesamtheit optimal zu fördern, denn eines Tages wollen wir die Tournee auch wieder gewinnen.
Konsequenz und Nachhaltigkeit standen in den letzen Jahren im Mittelpunkt unserer Arbeit und diese beiden zentralen Dinge werden uns auch weiterhin bei dieser Arbeit begleiten.““

Quelle Infos und Statements: DSV