Bei Deutschland sucht den Superstar 2012 gibt es so viele Beschwerden wie noch nie zuvor. Und das vor allem nicht nur vom Publikum: Eine ganze Reihe von (Ex)-Kandidaten der Castingshow klagt über aus dem Zusammenhang gerissene Jurysprüche, aufgezwungene Rollen und Outfits und gnadenlos aufgebauschte Geschichten. Und auch Vanessa Krasniqi, die in der Show am vergangenen Samstag raus flog, hat etwas zur langen Liste von Beschwerden beizutragen.

Im Bild-Interview beschwerte sich die 17-Jährige darüber, dass bei DSDS nicht allein die Stimme zählt. Denn würde es danach gehen, hätte Vanessa Krasniqi es eigentlich weiter schaffen müssen, hat die Jury sie doch mehrfach als beste Sängerin bei DSDS 2012 bezeichnet. Doch dem Publikum von Deutschland sucht den Superstar geht es eben nicht allein um Gesang, sondern ums Gesamtpaket.

Aus diesem Grund fordert Vanessa jetzt, dass die Jury mehr Mitspracherecht bei den Entscheidungen der Liveshows bekommt. Ein Vorschlag, der für Poptitan Dieter Bohlen vollkommen absurd ist, denn wie er Bild gegenüber erklärte, würde dann der Ärger mit den Zuschauern wohl erst richtig los gehen.

Deutschland sucht den Superstar 2012 Jury Dieter Bohlen, Natalie Horler (Cascada) und Bruce Darnell (c) RTL / Sebastian Schmidt

Auch Vanessas Wunsch nach einer Frauenquote tut der Juror als Unsinn ab. Verständlich, denn einfach zu sagen, dass zwei Frauen sicher im Halbfinale stehen, egal wie viele Anrufe sie kriegen, würde das gesamte Zuschauervoting durcheinander bringen.

Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass Vanessa Krasniqi zu DSDS 2012 zurückkehrt. Sowohl die junge Sängerin selbst, als auch RTL haben sich dazu bereits entsprechend geäußert. Dass über 30.000 Fans auf Facebook etwas anderes fordern, wird daran wohl auch nichts mehr ändern.

Einerseits können wir von LaTrash.de Vanessas Ärger ja verstehen, immerhin hat es bei DSDS in bislang 8 Staffeln nur eine Siegerin gegeben, in mehreren Staffeln war in den Top 10 aber ein 50/50 Verhältnis zwischen Männern und Frauen gegeben, die Chancen also gleich. Warum es dann trotzdem bislang nur eine Siegerin gab? Laut Dieter ist die Antwort ganz einfach: Die Mädels sind einfach zu langweilig.

Auch die restlichen Vorwürfe der Kandidaten, allen voran der von Vanessa, dass die Stimme nicht mehr zählen würde, finden wir absolut verständlich und nachvollziehbar. Nur leider stellenweise etwas blauäugig. Denn wem ist es vorher nicht klar, dass es den Zuschauern auch darum geht eine „gute“ Geschichte und nicht nur Gesang geboten zu bekommen? Dass die Kandidaten, die in die Liveshows von DSDS kommen, irgendwie immer so gewählt sind, dass jeder eine bestimmte Rolle besetzen kann? Oder dass RTL gerne alles, was es in die Finger kriegt, sei es Krankheit, Kriminalität, Kindheitstrauma oder Kandidatenkonflikt, haltlos aufbauscht und ausschlachtet?

Von daher sind die Klagen zwar verständlich, das jammernde Genörgel, das nun jedoch von einigen kommt, unserer Meinung nach allerdings ziemlich unnötig und wenn überhaupt wohl eher schädlich für die „Kläger“ selbst.

Trotzdem, so ganz rund läuft die Sache mit DSDS wirklich nicht mehr. Auch wenn die Quoten der Shows nach wie vor gut sind, sinken sie. Und gerade jetzt, wo mit The Voice of Germany ein ganz neues Castingformat ins Fernsehen gekommen ist, sollte Deutschland sucht den Superstar für das zehnjährige Jubliäum 2013 vielleicht doch mal über die eine oder andere Änderung nachdenken…

Alle Infos zu ‘Deutschland sucht den Superstar im Special bei RTL.de: www.rtl.de/cms/sendungen/superstar.html