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Lotta & die großen Erwartungen Lotta (Josefine Preuß) freut sich, wieder im "Haus Abendrot" zu arbeiten. Denn die Menschen dort sind ihr ans Herz gewachsen.© ZDF und Britta Krehl
Mai. 10.

Fernsehtipp: Lotta und die großen Erwartungen Heute Abend im ZDF

Den Meisten ist Jungschauspielerin Josefine Preuß wohl aus der Serie „Türkisch für Anfänger“ bekannt, mit der sie es dieses Jahr auch ins Kino geschafft hat. Aber auch im deutschen Fernsehen ist sie immer wieder zu sehen. Nachdem sie 2010 in der Komödie „Lotta und die alten Eisen“ als pubertär-rebellische Lotta Brinkhammer glänzte, ist heute Abend um 20.15Uhr die Fortsetzung „Lotta und die großen Erwartungen“ im ZDF zu sehen.


Angefangen hat in „Lotta und die alten Eisen“ alles damit, dass Lotta einfach nichts zu Ende gebracht hat: Die Schule hat sie abgebrochen, diverse Lehren und Ausbildungen ebenso und schlussendlich ist die 23-Jährige wieder zuhause bei Papa gelandet. Der hat die Nase voll und geht mit seiner widerspenstigen Tochter einen Deal ein: Hält sie ein sechs-wöchiges Praktikum im benachbarten Altersheim „Haus Abendrot“ durch, finanziert er ihr die Schauspielschule, auf die sie unbedingt will. Gesagt getan und auch wenn Lotta anfangs so gar keine Lust auf die ganzen alten Leute hat, ist sie am Ende doch mit ganzem Herzen bei der Sache und anstatt das versprochene Schauspielstudium in New York zu beginnen, fängt sie eine Lehre als Altenpflegerin an.

Und hier setzt „Lotta und die großen Erwartungen“ an: Lotta hat die Ausbildung hinter sich, hat mit Auszeichnung bestanden und kommt nun zurück, um wieder in Haus Abendrot zu arbeiten. Dort aber steht sie schnell vor neuen Herausforderungen: Das Altersheim hat eine neue Chefin bekommen und deren Aufgabe soll es sein, das Heim ein für alle Mal dicht zu machen. Doch auch privat läuft es alles andere als rund für Lotta, denn ihr Sommerflirt ist nicht so ganz ohne Folgen geblieben: Sie ist schwanger, dabei passt ein Kind doch überhaupt nicht in ihr gerade erst geplantes Leben.

Lotta & die großen Erwartungen Lotta (Josefine Preuß) freut sich, wieder im "Haus Abendrot" zu arbeiten. Denn die Menschen dort sind ihr ans Herz gewachsen.© ZDF und Britta Krehl

Bereits in „Lotta und die alten Eisen“ ist Josephine Preuß durch allem dadurch aufgefallen, wie gut sie Lottas Wandlung vom oberflächlichen Girlie zur ihrem ernsthafteren, erwachseneren Selbst verkörpert hat. In „Lotta und die großen Erwartungen“ setzt sich diese Entwicklung fort. Der lebenslustige Rotschopf hat zwar weder das lose Mundwerk noch den Dickschädel verloren, ist aber gleichzeitig merklich reifer geworden.

Dadurch wird „Lotta und die großen Erwartungen“ einen Tick nachdenklicher, die Oberflächlichkeit, die im ersten Film zumindest teilweise vorhanden war, ist verloren gegangen. So schaft es die Fortsetzung erneut ernste Themen wie Krankheit, Tod oder eben auch Abtreibung mit spritzigen Humor zu vereinen.

Das liegt zum einen an der wirklich gut gewählten Besetzung. Man merkt vor allem der Hauptdarstellerin an, dass sie in den zwei Jahren, die seit dem ersten Film vergangen sind, schauspielerisch einiges dazugelernt hat. Aber auch „die alten Eisen“ sind durch ihre teils stoffelige, teils schräge immer aber auch irgendwie liebenswerte Art tragen viel zum Gelingen des Films bei.

Und auch sonst überzeugt die Tragikomödie durch ihre Originalität und Spritzigkeit, ein flottes Tempo und eine Vielzahl an Themen. Filmerisch toll gemacht ist auch die erste Szene von „Lotta und die großen Erwartungen“, die quasi ein „Spiegelbild“ der Anfangsszene des ersten Films ist.

Insgesamt ist der Film, der wie sein Vorgänger lose auf Annegret Helds Roman „Die letzten Dinge“ aufgebaut ist, wundervolle, teilweise urkomische Unterhaltung mit Tiefgang und einer Hauptdarstellerin, die perfekt in ihrer Rolle aufgeht. Eine Fortsetzung, die sich auf allen Ebenen weiterentwickelt hat und dem ersten Film damit in nichts nachsteht.

„Lotta und die großen Erwartungen“ heute Abend, Donnerstag den 10. Mai 2012, um 20.15Uhr im ZDF

Darsteller:
Josefine Preuß – Lotta Brinkhammer
Frank Röth – Meinolf Brinkhammer
Bernhard Piesk – Sebastian Brinkhammer
Vera Baranyai – Marlies Brinkhammer
Simon Eckert – Lukas
Jule Ronstedt – Ruth Herford
Marina Weis – Schwester Nadjeschda
Cecilia Pillado – Schwester Gianna
Jörg Pose – Herr Meissner
Us Conradi – Frau Sasse
Arnel Taci – Dominik
Jockel Tschiersch – Gregor Kurtacke
Irm Hermann – Frau Johansson
Christian Grashof – Connie Meissner
Dagmar von Thomas – Frau Siefert

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