Sarajane, als Erstes natürlich meine Glückwünsche zur Geburt Deines Kindes. Trotz allem in diesenschlimmen Zeiten sicher eine wunderbare Erfahrung. Im 8. Monat hast Du noch ein Video zu Deiner aktuellen Single „I Like You“ gedreht. Der Song hat mitten in der Covid-19-Pandemie ziemlich Laune gemacht und positive Vibes gebracht. Zumindest mir ging es so.

I Like You“ ist ja so ganz anders als Deine Single davor, „Guess Who’s Back“. Magst Du erzählen, was Dich zu „I Like You“ inspiriert hat und wie ihr das trotz allem auf so positiv rüberkommende

Art im Video umsetzen konntet?

Erstmal lieben Dank für die Glückwünsche!

Ja dieser Song ist anders als die meisten meiner Songs, ich schreibe ja selten Liebeslieder..ich hab diesen Song morgens geschrieben, ich saß ohne meinen Liebsten auf einer Hotelterrasse in der Morgensonne nach einem Konzert und hatte Sehnsucht und hab den Text einfach so runtergeschrieben, die Melodie schnell in mein Handy gesummt.

Die Videoproduktion war gar nicht so leicht. Es gab ein anderes Konzept mit sehr viel mehr Menschen, was ich aufgrund der Situation immer weiter nach hinten schob. Irgendwann war klar, es gibt kein Bundesland mehr in dem wir dieses Video umsetzen können. Also musste ein neues Konzept her und ein winziges Team. Also habe ich meinen Mann gecastet, bin mit einem Kameramann und einer Maskenfrau nach St. Peter-Ording gefahren und wir haben an einem Tag das Video gedreht. Es war so schön, draussen am Meer zu sein nach all der Zeit im Lockdown, und dann hat das Wetter so fabelhaft mitgespielt, das ist in Norddeutschland auch nicht selbstverständlich. Ich stehe also mit meinem Babybauch und meinem Liebsten im warmen Meer und drehe nach Monaten des Wartens endlich das Video. Ich denke all diese Freude ist im Video zu sehen! Auch endlich wieder zu performen und wenn es auch nur für eine Kamera ist hat so gut getan!

Auf Deiner eigenen Website steht, dass Du zu den starken Frauen gehörst. Dort steht: „Starke Frauen sind kleine Mädchen mit schwerem Gepäck. Mit Geschichten und dem Trotz, Dinge anders, nämlich besser machen zu wollen. Zum Glück gehen einige von ihnen in die Forschung, Politik oder werden Popstar. So wie sarajane.“ Ein starker Text, in dem ich mich selbst auch wiederfinden kann. Erzähl ein wenig mehr von Dir, wenn Du magst und was Dich besonders stark gemacht hat. Gerade in Zeiten wie diesen können solche Geschichten andere Menschen noch mehr als sonst schon inspirieren.

Ich glaube wir wachsen mit unseren Aufgaben, Ich bin ein Großfamilienkind, habe früh meinen Vater verloren mich um jüngere Geschwister gekümmert und hab meine Ausbildung selbst finanziert. Gerade wenn man Verluste in der Familie erleidet rückt der Rest auf einmal in ein anderes Licht. Man wird sich seiner eigenen Stärke bewusst. Und all das Gepäck was wir mit den Jahren so aufnehmen und die Aufgaben die wir meistern sind Teil unseres Super-Hero-Trainings. Mit den Erfahrungen und Erkenntnissen können wir wiederum anderen helfen.

Deine aktuelle Single „I Like You“ ist eine weitere Auskopplung aus Deinem Album „Fuel“, das im vergangenen Jahr erschienen ist. Planst Du in den nächsten Monaten weitere Single-Auskopplungen daraus oder arbeitest Du mittlerweile an einem neuen Album?

Ich habe tatsächlich noch drei Videos in der Schublade die wir kurz vor der Entbindung noch gedreht haben, die werden im Laufe des Jahres noch veröffentlicht. Ich schiele aber auch schon auf neues Material..ich denke da wird im neuen Jahr etwas passieren. Vor allem aber hoffe ich wieder auf der Bühne stehen zu können vor singenden und tanzenden Menschen!

Da wir mitten in Zeiten leben, in denen Konzerte kaum bis gar nicht stattfnden können, wie gehst Du, für die Liveauftritte so viel bedeuten, für Dich damit um, nicht live spielen zu können? Und wie bleibst Du, wo durch das Fehlen der Liveauftritte natürlich auch der unmittelbare räumliche Kontakt fehlt, mit Deinen Fans in Verbindung?

Nun ja, ich war zunächst einfach sehr traurig als eine Konzertabsage nach der nächsten ins Haus flatterte, hatte aber noch die Hoffnung, dass im Herbst alles nachgeholt werden kann. Die ist jetzt natürlich dahin. Es fehlt mir sehr. Ich habe wie auch schon vorher viel Kontakt über Instagram, aber auch über mein Patreon. Ich mache regelmäßig instagram lives und das macht großen Spaß! Schaut gerne mal um 17h am Dienstag vorbei bei #tuesdaytea

Wir Künstler-Naturen mit schmerzhaber Vergangenheit haben ja sowieso meist die „Eigenart“, mit vielen Dingen, die uns im Leben begegnen, ganz anders umzugehen und selbst den größten Schmerz früher oder später in Kreativität umzuwandeln. Woraus beziehst Du in diesen mitunter sehr dunklen Zeiten die Energie, Deine Kreativität nicht versinken zu lassen?

Es geht nicht anders. Es ist wie ein Ventil da muss irgendwann einfach etwas aus mir heraus. Eine

Melodie, eine Zeile oder ein paar Akkorde..das einzige was ich dafür manchmal schaffen muss ist Raum und Ruhe.

Danke für das Interview. Ich wünsche Dir alles Gute für Deine weitere musikalische Reise. Und natürlich alles Gute für Dich und Deine Familie und bleibt gesund!

Danke dir auch alles Liebe!

Christel von LaTrash.de

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