Wenn eine Band auf die Idee kommt, ihre größten Hits im Stil von Jazzballaden zu spielen. Dann kann das eine Idee sein, die gänzlich schiefgeht. Oder es wird wie das neue Beach Fossils Album „The Other Side of Life: Piano Ballads“ ein so geniales Werk, dass der graue November sich plötzlich auflöst und sich alles warm anfühlt. Wie ein heißer Tee an kalten Tagen, wie ein wärmender Ofen, wenn du aus dem kalten Nieselregen die Wohnung betrittst.

Ich war nie der große Jazz-Fan, und doch haben Jazzmusiker wie Chet Baker. Miles Davis und einige andere mein Leben immer wieder auf fast magische Weise berührt. Da wundert es kaum, dass „The Other Side of Life: Piano Ballads“, das laut Sänger Dustin Payseur aus seiner Liebe zu Künstlern wie Lester Young, Chet Baker, Bill Evans und Coleman Hawkins und insbesondere ihrer Balladen entstand, mich so anrührt.

Besonders spannend ist das neue Beach Fossils Album nicht nur, weil es als Hommage an diese großen Jazzmusiker verstanden werden kann. Sondern auch, weil Dustin sich nicht selbst als Jazzsänger sieht und den Jazzballaden, die aus seinen Songs entstanden sind, mit seinem Gesang eine ganz eigene Note gibt.

„Ich bin kein Jazzsänger“, sagt er selbst, „und hatte nicht die Absicht, meinen Stil für dieses Album zu ändern. Die Idee war, dass mein Gesang der rote Faden zwischen den Originalversionen und diesen neuen Versionen ist. Ein Song an sich ist nackt, es gibt endlose Möglichkeiten, einen Song zu kleiden und jede Wahl führt zu einem radikal anderen Ergebnis. Dieses Album zu machen, lässt mich einen Schritt zurücktreten und diese Songs aus einer neuen Perspektive sehen. Ich hoffe, ihr werdet genießen, was wir mit ihnen gemacht haben.“

Die Musik hinter Dustins Gesang kommt von Tommy Gardner, der auf „The Other Side of Life: Piano Ballads“ Klavier, Saxophon und Kontrabass spielt, Henry Kwapis saß am Schlagzeug. Und gerade dieser Kontrast, zwei ausgebildete Jazzmusiker, die seine Kompositionen so verinnerlicht haben und damit Dustin Payseurs Gesang perfekt untermalen, macht dieses musikalische Werk zu etwas Besonderem. Es ist ein Genuss, dieses Album.

Und so kann ich am Ende dieser Beach Fossils Review nur Dustin Payseur selbst zitieren: „Wenn ich ihre (Lester Young, Chet Baker, Bill Evans und Coleman Hawkins) Musik höre, schmilzt der Rest der Welt dahin und ich versinke in einem glückseligen Dunst.“

Genau das macht „The Other Side of Life: Piano Ballads“ mit mir. Ein Album der Glückseligkeit.

Das neue Beach Fossils Album The Other Side of Life: Piano Ballads feiert heute Release-Day auf Bayonet Records.

Beach Fossils – The Other Side of Life: Piano Ballads Tracklist

  1. This Year
  2. May 1st
  3. Sleep Apnea
  4. What A Pleasure
  5. Adversity
  6. Down The Line
  7. Youth
  8. That’s All For Now