Marina Allen - Sleeper Train © Fire Records

Marina Allen hat mit „Candlepower“ ein geniales Debütalbum an den Start gebracht. Zu meiner persönlichen Freude hatte ich die Möglichkeit, ein Interview mit der britischen Sängerin und Songwriterin zu führen.

Marina, vor einiger Zeit hast Du Dein Debütalbum „Candlepower“ veröffentlicht. Das Album ist wunderbar geworden, finde ich. Warum gerade diese Zusammenstellung von Songs? Und warum hast Du Dein Debüt „Candlepower“ genannt?

Ich nannte das Album „Candlepower“ als Nordstern, zu dem ich beim Zusammenstellen der Songs aufschauen konnte. Das übergeordnete Thema oder die These des Albums weist auf eine bestimmte Haltung hin, auf die ich meine Energie richten wollte. Vor allem da es ein Debüt ist, geht es auf dem Album darum, meiner inneren Flamme zu folgen und ihr zu vertrauen, während sie tobt und sich verdunkelt. Manche Songs sind Funken im Dunkeln, andere sind Laternen. Für mich ging es bei diesem Album darum, Sauerstoff in meinen Geist zu bringen und seinem Flimmern zu vertrauen.

Marina Allen Candlepower Cover
Marina Allens Debütalbum Candlepower

Vor dem Album Release hast Du die Single „Sleeper Train“ veröffentlicht. Ein Song, der mich sehr berührt. Was hat Dich zu „Sleeper Train“ inspiriert?

Ich glaube, ich hatte den Refrain eine Weile im Kopf, bevor ich mich hinsetzte und den Rest schrieb. Die Verse haben viele Traumbilder und vorgestellte Orte. Wenn ich schreibe, denke ich oft nur in kontrastierenden Themen. Wenn der Refrain also sehr roh und einfach ist „Oh, wie ich mich sehne“, dann war es für mich sinnvoll, dies mit gegensätzlichen Bezügen zu überschneiden. Es ist nur eine Möglichkeit für mich, nicht zu lange in einem Thema stecken zu bleiben.

Du schreibst Deine Songs selbst und kommst auch in den Videos authentisch rüber. Das wirkt alles einfach so echt. Wann hast Du für Dich entdeckt, dass Musik Dein Weg ist und wann hast Du damit begonnen, eigene Songs zu schreiben?

Ich singe, seit ich sprechen kann, also war es immer mein wichtigster Bewältigungsmechanismus. Ich glaube, ich habe immer gewusst, dass es ein Teil meines Lebens sein würde, aber ich wusste erst später, was das bedeutete, und ich habe es mir erst viel, viel später glauben lassen. Ich habe schon immer Songs geschrieben, aber ich habe erst mit 19 oder 20 angefangen, auf sie zu achten.

Welche KünstlerInnen, aus der Musik oder aus anderen Künsten, haben Dich besonders inspiriert, als Du angefangen hast, Songs zu schreiben und wer inspiriert Dich heute?

Ich bin von vielen Menschen inspiriert. Im Moment habe ich viel von Yoko Ono und U.S. Girls gehört. Ich liebe großartige Songwriter wie Lucinda Williams und Neko Case. Ich finde es wichtig, offen zu bleiben. Ich hatte einen großartigen Mentor, der mir einmal sagte, dass man sich nicht selbst findet, sondern sich selbst macht. Ich denke, das gilt auch für die Inspiration.

Für Frauen ist es in der Musikbranche oft schwerer als für Männer. Das ist kein Geheimnis. Trotzdem gehst Du Deinen Weg mit Deinen eigenen Songs. Woher nimmst Du gerade in diesen Zeiten, in denen so lange keine Konzerte und Touren möglich waren, die Kraft, mit Deiner Musik weiterzumachen?

Wenn überhaupt, wurde mein Vertrauen auf das Songwriting in dieser Zeit stärker. Für mich ist es im Grunde dasselbe wie Glaube, oder es besteht aus ähnlichen Eigenschaften, die sich jedoch anders ausdrücken. Da so wenig los war und die Welt manchmal so verheerend war, hatte ich das Gefühl, mich selbst zu erhalten, indem ich Lieder machte, das war so etwas wie der Klebstoff, der mich zusammenhielt.

Und lass uns über Konzerte und Touren reden. Wirst Du in den nächsten Monaten auch irgendwann in Deutschland auftreten?

Ich hoffe, eines Tages, aber nicht in den nächsten Monaten, nein. Ich habe Auftritte in Großbritannien und würde mich freuen, euch zu sehen!

Danke für das Interview, Marina! Ich wünsche Dir alles Gute und viel Glück auf Deiner weiteren musikalischen Reise. Auch wenn ich „Candlepower“ als digitale Bemusterung hatte, habe ich mir Dein Debütalbum auf Vinyl gekauft und die Platte läuft oft auf meinem Plattenspieler. Ich freue mich auf weitere wunderbare Songs von Dir!

Christel

Danke für die gedankenvollen Fragen, bis zum nächsten Mal!

Marina

Marina Allen - Sleeper Train © Fire Records
Die britische Singer-Songwriterin Marina Allen © Fire Records